Red Bulletin goes CrossZone

Christian vom Red Bulletin hat sich vor rund 8 Wochen die Frage gestellt: Kann man in wenigen Wochen wirklich in Form kommen? Im Rahmen eines Selbsttests hat er sich dann zusammen mit Coach Max der Herausforderung gestellt. Acht Wochen Schmerzen, Hingabe und Konsequenz. Ein Erfahrungsbericht – aus der Sicht des Trainers..

Hallo, mein Name ist Christian, ich bin 31 Jahre alt, Journalist bei Red Bulletin und ich möchte mich gerne verändern. Was wie die Begrüßung in einer Selbsthilfegruppe klingt, ist für mich leider die Realität. Mit etwas Verspätung habe ich festgestellt, dass ich nicht mehr so jung bin, wie ich immer geglaubt habe. Das heißt, mein Körper reagiert anders als noch etwa mit 20. Und das heißt, die Tage von Sixpack, Ausdauer und Athletik ohne großen Aufwand sind vorüber.

Die Ziele:
• Athletischer werden
• Beweglicher werden
• Stabiler werden
• Nackt gut auszusehen

Das Problem bei einer so vielseitigen Zielsetzung ist leider, dass es keine „eierlegende Wollmilchsau“ im Training gibt. Das hieß im konkreten Fall für mich: Setze auf ein Ziel einen Schwerpunkt. Dieses Ziel war für mich natürlich die Athletik. Ich erstellte ein Konzept, habe alle anderen Ziele etwas untergeordnet in das Konzept eingearbeitet und war bereit, mit dem Training zu starten.

Dann kam das nächste Treffen kurz vor Start der 8 Wochen. Ich saß nichtsahnend im Büro. Christian kam. Christian hinkte! Eine Knöchelverletzung nach einem Fußballtraining.

Im Grunde genommen hieß das für mich, Konzept über Bord werfen und sich neu ordnen. 8 Wochen Zeit um viel zu verändern ist möglich, mit einer Knöchelverletzung jedoch erheblich schwieriger. Aber es war nicht die Zeit um zu jammern. Also legten wir los.

Das Gute bei Christian und mir war, dass wir uns auf Anhieb sympathisch waren. Das macht ein Training erheblich einfacher, da man die hasserfüllten Aussagen eines Athleten direkt im Workout, so auch viel besser verkraftet und nicht gleich persönlich nimmt. So war die Hemmschwelle, ein Workout tatsächlich äußerst intensiv zu machen dann doch recht gering. Dazu muss ergänzt werden, dass jedes Training um 07:00 Uhr stattfand. Teilweise gab es um diese Zeit noch keinen (oder zu wenig) Kaffee. Jeder, der mich kennt, weiß wie „nett“ ich ohne Kaffee bin, Koffeinmangel führt bei mir dazu, dass ich noch intoleranter gegenüber Pausen werde.

Da Stabilität und Beweglichkeit auch Ziele des angstfreien Journalisten waren, nutzten wir jede freie Sekunde um diese motorischen Ausprägungen nachhaltig zu verbessern. Kurzum waren die Trainingseinheiten so gestaltet, dass die echten Pausen auf die Mittagspause verlegt wurden.

Sportlich war die erste Aufgabe, Chris die Basistechniken zu erläutern. Viele Squats, Presses, Lifts und Pull ups; später klappte das ganz gut, auch wenn seine Beweglichkeit des Öfteren ein limitierender Faktor war – aber das kenn ich ja vom mir selbst! Als Beurteilung der Leistungssteigerung diente uns der Crosszone Combine – Leistungstest. Dieser beinhaltet Maximalkraftwerte, den Crossfittest und einen Rudertest.

Jede einzelne Einheit war hart. Das war mir zu Beginn wahrscheinlich etwas bewusster als ihm. Es sollten keine „20- Minuten Streichel-dich-fit“- Programme sein, die Christian den täglichen Muskelkater bescherten, sondern harte, fordernde Athletikeinheiten. Zur Veranschaulichung hier ein kleiner Auszug aus seinem Training:

Ich: Christian, warum machst du Pause?
Christian: Ich, sterbe! (Ächzgeräusche)
Ich: Blödsinn, greif hin…
Christian: Ich brauch Luft!
Ich: Nach der Einheit dann! *

*Christian greift zur Stange und macht weiter.

So, oder so ähnlich war es ca. 4 mal/Woche. Und er kämpfte sich unerbittlich durch. Einheit für Einheit sahen wir beide, wie das Training voranschritt. Ein großer Meilenstein war sicher der 100kg Deadlift.

Was das ganze Projekt für mich sehr einfach machte, war die große Motivation von Chris. Es gab keine Einheit, wo ich extrem dahinter sein musste, dass wieder was passiert. Er zeigte auch außerhalb des Trainings extremes Durchhaltevermögen
Diese Konsequenz zeigte dann auch nach den 8 Wochen ihren Erfolg. Ehrlich gesagt und ohne mich selbst zu beweihräuchern, bin ich sehr stolz auf die Ergebnisse. Alles hatte sich verbessert. Aussehen, Leistungswerte über die gesamte Bandbreite, Haltung, Athletik… Zwar war klar, dass sich einiges tun wird, aber die Deutlichkeit der Verbesserung war und ist schon beeindruckend.
Es steckte aber auch genug harte Arbeit dahinter! Was mich als Trainer noch viel mehr freut, ist natürlich wenn die Ziele dann auch aufgehen.

In seinen Blog über die 8 Wochen hat Christian immer wieder seine Top 5 von unterschiedlichen Themen definiert, wie z.B.:  5 Sätze, die man von seinem Trainer eigentlich nicht hören möchte, wie z.B.: „So, in den letzten Minuten kannst du jetzt auf‘s Kraftsparen verzichten.“

Oder seine Top-5-Fragen eines Trainers, auf die man besser keine Antwort gibt, wie: „Das war jetzt leicht, oder?​“

Darum hier: Meine Top 5 der Reaktionen eines Athleten, nachdem er das Workout erfährt und die Antwort dazu:

Prowler Push – Angsterfüllter, leicht starrer Blick ins Leere, Kaltschweißausbruch: „Und du stellst dich da auch noch drauf?“ – „Ja“
 Pull Ups – Angsterfüllter, leicht starrer Blick ins Leere, Kaltschweißausbruch: „Ich kann mich aber kein einziges Mal hochziehen“ – „Dann mach jetzt noch 8 Stück“
Assault Bike – Angsterfüllter, leicht starrer Blick ins Leere, Kaltschweißausbruch: „Schon wieder?“- „Ja und all-out!“
Burpees – Lächelnder, fröhlicher Blick, steigende Vorfreude: „Cool, wie viele?“ – „Wie kann man Burpees mögen?“
Dehnen der Oberschenkelrückseite – Leichtes Unverständnis ob der Bewegung sowohl auf Trainer- als auch Athletenseite, kollektives Bemitleiden beider Parteien – „Werd‘ ich jemals meine Zehen berühren?“- „Ich versuch‘s bei mir seit Jahren und glaube fest daran, dass es irgendwann passieren wird!“

8 Wochen sind ein guter Zeitraum, um sich körperlich zu verändern.

Die größte Aufgabe im Training ist die Fragestellung, was dann nach diesen 8 Wochen passiert. Das große Ziel muss es sein, diesen Zeitraum so zu nutzen, dass man langfristig ein Bedürfnis nach Bewegung und Spaß daran hat. Bei Chris hat das meiner Einschätzung nach super funktioniert. Direkt nach dem Abschluss des Trainings haben wir uns schon das nächste sportliche Ziel gesucht, auf das wir hin trainieren. Ich freue mich darauf!

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