CrossZone | Fit durch die graue Jahreszeit

Nebelverhangene Morgen, feuchtes Wetter, tiefe Temperaturen, Öffis voll hüstelnder Sitznachbarn und triefende Nasen im Office. Mehr als genügend potentielle Chancen also, sich in den kommenden Wochen und Monaten eine Erkältung oder Grippe einzufangen. Aber dem muss nicht so sein..

Mit ausreichender Bewegung, guter Regeneration und der richtigen Ernährung kann man dem eigenen Immunsystem auch über die vielleicht herausforderndste Zeit des Jahres hinweghelfen.

Grundsätzlich gilt: wer sich konstant und regelmäßig an der frischen Luft bewegt, der hat auch im Winter bessere Chancen, gesund zu bleiben.

Erst bei Minusgraden damit zu beginnen, ist für den Körper eine große Herausforderung. Bewegt man sich allerdings mehrmals wöchentlich über alle Jahreszeiten hinweg im Freien, kann sich der Körper besser auf die Anforderungen des Schmuddelwetters adaptieren, und wird widerstandskräftiger – auch wenn die Füße mal nass werden. Hochwertige, atmungsaktive und wärmende Kleidung sind ebenfalls Trumpf. Bei tiefen Temperaturen um die -10° ist allerdings von intensivem Ausdauersport eher Abstand zu nehmen, die Atemwege werden es danken. Aber auch was die Regeneration betrifft, gilt es im Winter besonders Acht zu geben.

Nach harter Belastung ist der Körper auffallend anfällig für Infekte – der sogenannte Open-Window Effekt. Also gebt eurem Körper in der kalten Jahreshälfte die Zeit, die er braucht. Besser warm duschen, als verschwitzt und ausgekühlt vor dem Smartphone zu sitzen.

Oftmals unterschätzt und dennoch von enormer Bedeutung für unser Immunsystem: die (hoffentlich ausgewogene und vitaminreiche) Ernährung. Gabriel Knoll, seines Zeichens nicht nur CrossZone-Coach sondern auch Ernährungswissenschafter und diesbezüglich Haus- und Hof-Experte im Team, hat einige Nahrungsmittel zusammengetragen, welche hilfreich sein können, fit und gesund durch den Winter zu kommen.

Rote Rübe

Wenn es ums Immunsystem geht, kann der Roten Rübe, oder “ Rohne“, wie das Wintergemüse im Volksmund genannt wird, nichts das Wasser reichen. Für die auffällig rote Farbe zeichnet das Polyphenol Betanin verantwortlich – ein Antioxidans, welches das Immunsystem stärkt, entzündungshemmend wirkt, und die Blutgerinnung positiv beeinflusst. Daneben enthält die Knolle auch viel Vitamin B1, B2 und B6, Vitamin C sowie Folsäure. 100 g Rote Rüben enthalten darüber hinaus gut 1 mg Eisen, und können so Eisenmangel vorbeugen. Die Kombination aus Vitamin C, Folsäure und Eisen fördert auch nachweislich die Blutbildung, und verringert das Schlaganfall-, Arteriosklerose- sowie das Herzinfarktrisiko. Mehr Blut und rote Blutkörperchen bedeuten nicht zuletzt auch einen höheren Sauerstofftransport. Rote Rüben können sowohl roh, als auch gekocht in Form von Salaten, Suppen oder Smoothies verzehrt werden. Mit Organgensaft gemixt, eignen sie sich auch als Trainingsbooster – schließlich hebt das enthaltene Betain auch an grauen Tagen die Stimmung.

Kürbis (Cucurbita)

Im Herbst rückt auch immer der Kürbis ins Rampenlicht. Eigentlich zählt die lange lagerbare Pflanze zur Familie der Beerenfrüchte. Frei aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet ihr Name hingegen so viel wie Weltkreisgurke. Neben seinem feinen Geschmack wissen Fleisch und Kerne allerdings auch mit ihren Inhaltsstoffen zu glänzen. Vitamin A, B1, B2, B6, C und E, Selen, Magnesium, Zink, Kupfer, Folsäure, Kalium und Beta-Karotin, welchem der Kürbis seine Orange Farbe verdankt, sind nur einige davon. Sie wirken verdauungsfördernd, ausschwemmend und wasserregulierend. Daneben enthalten Kürbisse viele Phytosterine, bioaktive Pflanzenstoffe, die auch bei Harnwegs- und Prostataerkrankungen helfen. Mit lediglich 27 kcal je 100 g sind sie auch wahre Schlankmacher, und fördern durch ihr ideales Verhältnis von Kalium und Natrium die Muskelfunktion. Speisekürbisse wie Hokkaido-, Butternuss- und Spaghettikürbis eigen sich ideal für Suppen, Pürees, Risotto oder Salate.

Granatapfel (Punica Granatum)

Granatäpfel, als Frucht oder in gepresster Form als Saft, sind besonders reich an Antioxidantien. Nur eine Frucht pro Tag reicht aus, um freie Radikale davon abzuhalten das „schlechte“ LDL Cholesterin oxidieren zu lassen. Solch oxidiertes LDL Cholesterin trägt zur Plaquebildung in den Arterien bei, und erhöht das Schlaganfallrisiko. Dem wirken die im Granatapfel enthaltenen Polyphenole, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, entgegen. Denn diese sorgen für eine optimale Sauerstoffversorgung zum Herzen. Die Frucht wird auch als ideales Nahrungsergänzungsmittel angesehen, da sie nach dem Training die Regeneration von Muskulatur und Immunsystem immens beschleunigt, und einer raschen Entgiftung des Körpers zuträglich sein kann.

Tipp: Ein heißes Glas Wasser, Milch, Cocos-, Mandel-, Reis-, oder Sojamilch mit ½ TL Zimt, 2 TL Kakao, einer gute Messerspitze Chili, Kurkuma und Ingwerpulver verrühren. Mit einem TL Leinöl und etwas Honig süßen.

Kakao, Chili und Zimt

Als Trio sind diese Drei unschlagbar. Beginnen wir mit dem Kakao. Bekannt als Rohstoff der Schokolade, sorgt er gerade im Winter für erhöhten Antrieb, Lust und Motivation. Auslöser dafür ist der Botenstoff Dopamin, der im Kakao durch den Inhaltsstoff Salsolinol ausgeschüttet wird. Auch enthält Kakao eine große Menge Magnesium, welches Depressionen entgegenwirken, und den gewollten Gewichtsverlust fördern kann – letzteres natürlich nicht in seiner schokoladigsten Form.

Kombiniert man Zimt dazu, wird’s für den Stoffwechsel noch effektiver. Er hat die wunderbare Eigenschaft den Blutzuckerspiegel zu regulieren, hilft beim Abnehmen und fördert den Fettabbau. Zimt steckt voller Antioxidantien und beugt Infektionskrankheiten vor. Schon sein bloßer Geruch kann die Hirnaktivität steigern – wenig verwunderlich also, dass Zimt in früheren Zeiten teurer als Gold gehandelt wurde. Beim Kauf immer darauf achten, zum echten Ceylon-Zimt zu greifen.

Chili macht das Power-Trio schließlich komplett. Der enthaltene Scharfmacher Capsaicin, welcher zu den schärfsten Stoffen überhaupt zählt, unterstützt dabei die Funktion von Zimt und Kakao. Er verbannt auch die letzten Giftstoffe, die das Immunsystem im Winter noch belasten könnten.