Maximilian Walter gewinnt die Hypertrophy in Wr. Neustadt

Vergangenen Samstag ging in Wr. Neustadt die Premiere der „Hypertrophy“ über die Bühne..

Man konnte sich über die alljährlichen CrossFit Opens für diesen Wettkampf qualifizieren. Die jeweils beiden stärksten Frauen und Männer einer Box konnten so ihr Ticket lösen. Mit der Arena Nova wurde eine ideale Location für dieses Event gefunden. Für die CrossZone gingen 2 Athleten an den Start. Maximilian Walter ging bei den Männern in das Rennen. Vanessa Maria Wagner ging offiziell als Teilnehmerin für Wr. Neustadt an den Start, mit dem Hintergrund, dass sie die Opens heuer bei CF Wr. Neustadt absolviert hat. Beide Athleten konnten voll überzeugen. Aber alles der Reihe nach.

Hier die Auflistung der Workouts von diesem Tag:

  • Workout 1
    for time:
    -40 deadlifts 55/80kg
    -20 over the box jumps
    -30 cleans 45/60kg
    -20 over the box jumps
    -20 snatches 25/40kg
    -20 over the box jumps

  • Workout 3
    10’ amrap:
    -20 toes to bar
    -10 medball cleans 30/60kg
    -1 lap medball carry 30/60kg (around 50m)

  • Workout 2
    complex ladder:
    (50 seconds work – 10 seconds transition)
    full squat clean – hang full squat clean – 3 front squats – at the last weight amrap
    front squats
    female: 35/45/55/60/65/70/75kg
    mens: 60/70/80/90/100/110/120kg

  • Workout 4 – Final
    emom – as long as possible
    -5 pull ups
    -4 lateral burpees
    -3 thrusters 40/60kg
    after minute 14 each round 1 more thruster

Vanessa Maria Wagner

Noch 5 Tage vor dem Start hatte Vanessa starke muskuläre Probleme im Rücken und Nackenbereich. Eine der CrossZone nahe Physiotherapeutin konnte aber kurzfristig sehr tolle Behandlungsergebnisse erzielen und gab das Freizeichen. Die richtige Entscheidung. Mit Workout 1 stand gleich der erste (und wahrscheinlich auch intensivste) Test für den Rücken an diesem Tag am Programm. 40 Deadlifts, 30 Cleans, 20 Snatches und zum drüber streuen 60 Over the Box Jumps sollten richtungsweisend sein. Aber der Rücken hielt! Vanessa konnte eine saubere Leistung zum Einstieg hinlegen und platzierte sich auf Rang 7. Psychologisch gesehen sehr wichtig. Mit diesem gelungenen Belastungstest konnte Hödi mit einem breiten Rücken in die nächsten Vergleiche gehen.

Gesagt – getan! Im Clean Ladder Workout belegte Vanessa ex aequo mit zwei anderen Athletinnen den 2. Platz. Sie konnte mit den 70kg (+1 Front Squat) mit erfahrenen Lifterinnen mithalten. Hier machte sich die Konsequenz beim Gewichtheben immer mehr bemerkbar. Luft nach oben war allerdings noch genug da.

Somit ging es mit Gesamtrang 3 in die 3. Runde. Sozusagen der letzte Schritt um das zu diesem Zeitpunkt bereits sehr wahrscheinliche Finalticket zu lösen. Der 5. Platz reichte dann auch vollkommen aus.

Das Finale war neben der physischen Belastung eine reine Nervenschlacht. Ein sehr gut gewähltes Workout zum Schluss. Hier war es wichtig das eigene Tempo zu gehen und sich in keinem Fall vom Feld und der unmittelbaren Konkurrenz treiben zu lassen. Vanessa waren die Strapazen der vorherigen Belastungen anzusehen. Sie kämpfte in eindrucksvoller Manier, wie eine Löwin und wurde dafür belohnt! Platz 3.

Maximilian Walter

Vor ein paar Tagen noch den Master in Sportwissenschaften absolviert und somit einen Meilenstein hinter sich gebracht, ging Max an den Start. Wir hofften auf eine Top 3 Platzierung. Wie der Überschrift dieses Artikels schon zu entnehmen ist, erfüllte er diese Hoffnungen voll und ganz. Ein Kunststück in 4 Akten.

Im ersten Akt wurde Max Zweiter. Diese Platzierung war sehr befriedigend für ihn. Speziell in Anbetracht dessen, dass er erst in Workout Nummer 2 seine Stärken voll ausspielen konnte. Mit 120kg im letzten Satz der Leiter war Max noch nicht genügend gefordert. Er legte 3 Front Squats nach. Stark! Überlegener 1. Platz im 2. Akt.

Der unmittelbare Widersacher bei der dritten Herausforderung an diesem Tag war Armin Streibl von TrainBlue Graz. Man wusste im Vorfeld, dass er mit einer starken Leistung am Reck bei den Toes to Bar glänzen kann. So war es auch. Hier war er unserem Max 1 Klasse voraus. Doch unser Athlet kämpfte zurück, gab niemals auf, blieb immer unmittelbar hinter Streibl. In der letzten Runde bevor der Timer auf 00:00 stand, war es dann so weit. Streibl ging gefühlte 30 Sekunden vor Max vom Reck. Fing an mit den Medball Cleans. Dann ein Wirbelsturm! Max holte in den letzten Sekunden, die ihm blieben alle Reps auf und baute auf 2 Wiederholungen Vorsprung auf. In der Manier eines Siegers zog er also in das Finale ein. Als das Finale angesagt wurde war es allen klar: “Da geht was!“

Noch einmal alle Reserven mobilisieren und cool bleiben war das Motto für die letzte Runde. Max stieg als Führender in Minute 7 ein. Er ging immer sein Tempo in den 60 Sekunden. Von der Frequenz her eine Spur langsamer als seine Kontrahenten. Er machte sein Ding! Und was für ein Ding. Als die Wiederholungen bei den Thrusters dann mehr wurden, war die Zeit gekommen in denen seine Maximalkraft zum Tragen kam. Kurz glaubte Max aufgrund einer verwirrenden Situation mit Kommentator und Zuschauern, dass er gewonnen hatte. Friedrich Wechselberger war aber zu diesem Zeitpunkt noch mit ihm im Rennen. In der Runde drauf machte er dann den Sack endgültig zu. Gewonnen!

Das Resümee

Vanessa konnte sich in der österreichischen Spitze behaupten. Sie darf gespannt nach Salzburg blicken, wo sich das nationale Feld mit dem internationalen wieder mischen wird. Als geborener Wettkampftyp genau das Richtige für unsere Athletin um weiter zu wachsen.

Gratulation an Max Walter. Vor einem Jahr konnte unsere Zukunftshoffnung noch nicht mit derartigem taktischen Kalkül aufzeigen. Dafür ist es jetzt umso beeindruckender mit welcher Ruhe er in den Wettkampf geht. Körperlich geht da auch noch einiges! Die nächsten beiden Jahre werden zeigen, wo die Reise hingeht.

Ebenfalls Gratulation an die Veranstalter. Es war spürbar, dass sich die sportliche Leitung sehr intensiv mit der Einweisung der Judges und der Workoutplanung auseinander gesetzt hat. Wie wir bereits letztes Jahr nach dem Event in Salzburg geschrieben haben, solche Events sind sehr wichtig für unseren Sport und fördern in breitenwirksam.

Salzburg kann kommen. Unsere Victoria Hahn ist bis dahin hoffentlich wieder genesen und unterstützt Vanessa bei der Mannschaftsleistung.