Interview mit CrossZone Athletin Victoria Hahn

Wir erinnern uns noch alle gut, als sie vor ein paar Wochen unsere Herzen in Salzburg bei ihrer ersten Competition höher schlagen lies. Und das nur kurz nachdem sie CrossFit für sich entdecken konnte. Seit 6 Wochen ist unsere Athletin, Victoria Hahn, jetzt bereits auf Saison und macht mit ihrer Zweier-Bob Partnerin, Katrin Beierl, jagt auf neue schnelle Zeiten. Wir haben sie bei ihrem ersten Europa Cup Start in dieser Saison in Tirol in Igls besucht und haben sie ausgefragt, darüber wie es ihr bis jetzt gegangen ist und was sie noch so vor hat diese Saison.

CZ: Hey Vici, schön dich, bis auf die zahlreichen blauen Flecken, unversehrt wieder zu sehen. Wie läuft es?

Vici: Ja, die blauen Flecken gehören dazu (lacht). An die müsst ihr euch leider gewöhnen, solange die Saison noch geht. Grundsätzlich geht’s ganz gut. Wir konnten bei den Staatsmeisterschaften einen 2. Platz belegen, und konnten jetzt bei unserem Europa Cup Debüt zweimal den 6. Gesamtrang herausholen. Das macht Lust auf mehr!

CZ: Wie immer top motiviert! Was wäre mehr?

Vici: Es gibt einen zweiten österreichischen Bob. Wir sind am Start oft schneller als die beiden anderen Mädels, kommen dann aber fast immer mit der schlechteren Zeit ins Ziel. Das sollte/wird sich natürlich bald mal ändern! Ansonsten wollen wir uns auf der internationalen Bühne gut in Szene setzen. Unser nächstes großes Ziel ist die Heim-WM in Igls nächstes Jahr. Da wollen wir uns natürlich einen Startplatz sichern, um Österreich auf unserer Heimbahn zu vertreten. 2018 kommen die nächsten Winterspiele, wer weis…..

CZ: Du kommst ja ursprünglich aus der Leichtathletik. Wie bist du eigentlich zum Bob fahren gekommen? Erzähle uns bitte ein bisschen etwas von deinem sportlichen Werdegang.

Vici: Ja genau, ich habe in meiner Kindheit/Jugend mit der Leichtathletik begonnen, und war zu Beginn eine ziemliche Allrounderin. Nachdem sich herausstellte, dass ich der schnellkräftige Typ bin, habe ich mich auf das Diskuswerfen spezialisiert. Kraft, Schnelligkeit und Technik waren dann gefragt. Da ich mit meinem sportlichen Umfeld nicht zufrieden war und ein kleines Motivatoinstief hatte, machte ich ein Jahr Pause. Vor nicht ganz einem Jahr hat sich meine jetzige Bob Partnerin Katrin gemeldet und gefragt, ob ich Interesse hätte mit ihr in den Bob zu steigen. Das kam genau zum richtigen Zeitpunkt, denn mir war klar ich bin mit dem Leistungssport noch lange nicht fertig J Da es in der Leichtathletik sehr schwer ist sich international in Szene zu setzen, habe ich die Chance am Kragen gepackt und mich dazu entschlossen, die nächste Zeit dem Wintersport zu widmen.

CZ: Wie ist sie auf dich gekommen?

Vici: Beim Bob fahren brauchst du ordentlich viel Dampf am Start, da musst du es krachen lassen, damit du das Ding auf Touren bekommst. Katrin ist durch meine Leistungen im Wurfbereich aufmerksam auf mich geworden. Denn ich habe immer von meiner Schnellkraft gelebt, nicht von meiner guten Technik ;) Die Startzeit beim Bob fahren ist maßgeblich entscheidend für die Endzeit. Wer da die Nase vorne hat, hat gute Karten in der Hand. Und tja, da komme ich dann ins Spiel. Als ehemalige Diskuswerferin bringe ich gute Voraussetzungen mit – die Schnelligkeit und die Kraft, die wir brauchen damit wir schnelle Startzeiten ergattern.

CZ: Wie sind die letzten Wochen verlaufen, wie war die unmittelbare Vorbereitung?

Vici: Durchwachsen. Es ist schon eine knallharte Angelegenheit, wenn du mit 120 Sachen durch den Kanal zischt, und es dich mit 3-4 g in den Sitz drückt. Da muss sich der Körper erst mal daran gewöhnen. Da kann es dir danach schon mal passieren, dass du in der Nacht aufwachst und sich der ganze Raum dreht, weil dein Nacken so hinüber ist. Das Gefühl, wenn es dir dann deinen Mageninhalt mitten während der Fahrt wieder rauf drückt, und du runter schlucken musst, will ich hier dann lieber doch nicht erläutern (grinst). Aber alles in allem, ist alles gut gelaufen. Jetzt geht die Saison los und wir werden in den nächsten Wochen genau sehen, wo wir im Endeffekt stehen.

CZ: Eine Frage, die uns und unseren Lesern wahrscheinlich allen sehr am Herzen liegt. Du hast durch deine sportliche Laufbahn ja nicht nur für das Bob fahren gute Voraussetzungen. Dein Talent für unseren jungen Sport, CrossFit, ist uns allen nicht verborgen geblieben. Wie sieht es mit deinen Ambitionen in dieser Richtung aus?

Vici: Ich stehe einfach drauf, wenn ich zwei mal am Tag in das Gym auf der Währinger Straße kommen kann, um dort meine Skills zu verbessern. Egal, ob mit Zusatzgewichten oder mit Bodyweight, egal, ob 1RM oder Kraftausdauer, es ist eine große Herausforderung für mich, dem Anspruch der Vielseitigkeit in diesem Sport gerecht zu werden. Wie eine Art Spiel, welches viel Zeit und Leidenschaft in Anspruch nimmt.

CZ: Die Zeit nimmst du dir, die Leidenschaft hast du! Wir werden dich also auch in Zukunft für die CrossZone auf Competitions sehen?

Vici: Davon könnt ihr ausgehen! Wenn die Saison vorbei ist, werde ich ordentlich Gas geben, um vorerst einmal zur nationalen Spitze aufschließen zu können. Wir haben ja ein paar ordentlich fitte Damen in Österreich. Ich freue mich schon, wenn ich gegen sie antreten darf.

CZ: Vici danke für das Interview! Wir halten dir die Daumen. GO FOR IT!

 

Vici macht sich heute auf den Weg nach La Plagne (Frankreich), wo sie ihre nächsten Europacup Starts haben wird. Wir werden euch natürlich auch über die kommenden Herausforderungen und Ergebnisse am laufenden halten!