CrossFit im Kreuzfeuer

Die Kritik am „System“ CrossFit wächst. Auch hier zu Lande wird das Thema von immer mehr Medien aufgegriffen. Viele der geschriebenen Artikel sind einfach nur unqualifizierte Lückenfüller für Schreiberlinge auf niedrigerem Niveau. Andere kratzen an der Oberfläche, am richtigen Fleck..

Im Hauptaugenmerk der Journalisten die hochwertigen Inhalt anstreben: „Hohes Verletzungsrisiko wenn kein qualifiziertes Trainer-Personal vorhanden ist, Übungslernen aus dem Internet, zu viel Intensität für Beginner“. Anstoß für uns, diesen Eintrag zu verfassen waren zwei verschiedene Artikel, die in den letzten Tagen erschienen sind. Die Links dazu weiter unten. Wir werden uns in diesem Text mit den oben genannten Vorwürfen auseinandersetzen.

Qualifizierte Trainer

Ausganspunkt ist folgender, es steht und fällt alles mit dem Trainer und seiner Qualifikation. Er zieht die Fäden und trägt in erster Linie die Verantwortung wenn es, wie bei CrossFit, um gruppengeführtes Krafttraining geht.

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Eines muss ganz klar festgehalten werden: Der Weg den die Homebase (aus Amerika) eingeschlagen hat, Personen nach einem 2- Tageskurs, und nach dem Studieren eines 150 Seiten starken Skripts, die Lizenz zu verleihen und damit zu ermutigen selbstständig eine Box zu eröffnen ist schon sehr idealistisch. Jeder der sich seit Jahren mit Sport, Trainingslehre, Sportwissenschaften, Anatomie und Physiologie beschäftigt weiß, dass der Weg zum soliden Coach ein langer ist.

Wie soll es also einer Person, die weder hochgradige sportliche Vorkenntnisse, noch eine aktive Laufbahn als Sportler hinter sich hat, möglich sein, innerhalb kürzester Zeit das notwendige Know-How zu erlangen? Richtig – das funktioniert nicht!

Absolute Beginner und Leute die sich mit der Thematik Krafttraining zu wenig auskennen, sollten sich nicht alleine hinstellen und von Sport-Professor YouTube anleiten lassen. Auch erfahrene Sportler und Trainer brauchen regelmäßig Feedback von Zweiten um die Qualität hoch halten zu können. Hier können (gute) Boxen punkten, denn hier sind Coaches zu finden, die das nötige Know- How haben um Neulinge sicher an das Ziel zu führen. Selbst in langjährigen und bekannten Fitness-Centern, die es ja heut zu tage schon um 19,90€ gibt, sieht man grob fahrlässige Kniebeugen und andere falsche Bewegungen – weit und breit aber keinen einzigen Trainer.

Wenn an Menschen gearbeitet wird, egal ob in der Medizin, Therapie oder eben im Sport, muss gut ausgebildetes und qualifiziertes Personal ran.

The right Gym is the right Choice

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Wahl des richtigen Studios macht es aus! Wir sind der Meinung dass wir ihn Wien mehrere sehr gute Boxen mit guten Trainern zur Auswahl haben. Für einen Gym- , Box- oder Studio-Leiter, ist es ein Full Time Job die richtigen Trainer zu finden und andere wichtige Standards zu sichern. Dieser Beruf kann kein Hobby sein und nebenher laufen. Ein kurzes Beispiel: In der CrossZone Währing, gehen an starken Tagen bis zu 150 Personen ein und aus, die Kreuzheben, Kniebeugen und andere komplexe Übungen durchführen. Es ist eine hochsensible Angelegenheit den Trainierenden die richtige Übungsausführung zu vermitteln. Wie schon weiter oben erwähnt, muss hier mit sehr viel Verantwortungsgefühl gearbeitet werden.

CrossZone | Crossfit im Kreuzfeuer

Mitleid bekommt man geschenkt – Neid muss man sich verdienen

Das die Kritiker immer lauter werden ist normal: wo Erfolg ist gibt es eben auch Neider. Das es den wirtschaftlichen Erfolg von CrossFit gibt, steht ja zweifelsfrei fest. Man rechne sich lediglich aus was an einem Wochenende mit „Level1-Certifications“ und dergleichen umgesetzt wird. Eine Milchbubenrechnung. Ist der sportliche Erfolg gegeben? Auf jeden Fall! CrossFit ist mit Sicherheit eines der Zugpferde im Bereich des funktionellen Krafttrainings.

Wir glauben fest dass viele Leute, die es jahrelang nicht geschafft haben sich regelmäßig in das klassische Fitnessstudio zu schleppen, es jetzt auf einmal fertig bringen, sich mehrmals wöchentlich sportlich zu betätigen. Nette Communities und das gemeinsame Trainieren motivieren hier zusätzlich. Dennoch ist die Kritik berechtigt.

Die Verleihung der Zertifikate für Leute die danach eine Box aufmachen können, passiert alles andere als verantwortungsvoll. Hier gehören gewisse Standards geschaffen vergleichbar mit der Gastronomie: Würden Gesundheitsämter keine Kontrollen durchführen, wären die Standards im Gastgewerbe nie so hoch wie heute. Ein Umdenken seitens „Crossfit“ findet zwar langsam statt, hätte aber schon früher passieren müssen.

Sport ohne Anstrengung – leider nicht möglich!

Einer der am häufigsten genannten Punkte des Gegenlagers ist die hohe Intensität des Trainings. Eines muss man ganz klar festhalten: Es bedarf eines trainingswirksamen Reizes um seine sportliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, Punkt! Nur von Tagträumen wird man leider nicht fitter. Schade eigentlich, sonst könnte jeder der abnehmen will sich nur vorstellen dass sie/er sich auf das Laufband stellt und schon würden die Kalorien purzeln.

High Intensity Training ist zeitökonomisch und hat bekanntlich vielfach positive Wirkungen wie wir bereits in anderen Blogs behandelt haben. Aber egal welches Workout an der Tafel steht – Intensität lässt sich immer anpassen! Gute Trainer verstehen es für jede noch so komplexe Übungen eine adäquate Skalierungsmöglichkeit zu finden.

CrossZone | Crossfit im Kreuzfeuer

Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn die Qualität der Bewegungsausführung muss immer oberste Priorität haben.

Wo viel Schatten ist, ist aber auch viel Licht

Neben den oben bereits angesprochenen Kritikpunkten müssen wir allerdings auch ganz klar festhalten dass es Crossfit geschafft hat „verstaubte“ Sportarten wie Gewichtheben und Gerätturnen wieder attraktiv für den Breitensport zu machen.

Sportive Studenten die gemeinsam neben Bürohengsten oder Hausfrauen mittleren Alters Langhanteln bewegen und an Ringen hängen wäre wohl vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen.

Wie wir auch von vielen unserer Mitglieder wissen ist „Crossfit“ genau dass was sie dazu gebracht hat den inneren Schweinehund zu besiegen. Unter professioneller Anleitung ist es zudem ein sehr verletzungsarmer Sport. Wie in jeder anderen Sportart auch, geschehen die meisten Verletzungen durch Selbstüberschätzung oder falscher Bewegungsausführung. Beides kann ein gut ausgebildeter Trainer vermeiden!

Love it or hate it!
Kaum eine andere Sportart im Fitnessbereich polarisiert derartig. Während die einen darauf schwören an großen Geräten einen Muskel nach dem anderen durch zu arbeiten, sind wir der Meinung dass ein funktionales auf den gesamten Bewegungsapparat und Organismus (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit etc.) ausgerichtetes Training weitaus sinnvoller ist. Was am besten zu dir passt findest du am besten heraus indem du es einfach ausprobierst.

Weniger Zeitungsartikel oder Blogs lesen, sondern Sporttasche packen und ab geht’s!

Links zu zwei CrossFit kritischen Artikeln: DerStandard.at | Stern.de