Training auf dem Papier und in der Praxis – zwei verschiedene Paar Schuhe

Privatleben – Beruf – viel Sport. Ein Mix der schnell mal zu viel werden kann. Stoff für all jene die gerne viel & leistungsorientiert trainieren, denen aber ab und an das Berufs- oder Privatleben einen Strich durch die Rechnung macht.

Manche Personen trainieren mit mehr, andere mit weniger Engagement. Gut so! Hauptsache es wird trainiert & gesportelt und es gibt nicht unzählige Jahre des Nichts-Tuns, nach denen man meistens mit Schrecken feststellen muss, was man seinem Körper damit angetan hat. Genau das wollen wir Coaches in der CrossZone versuchen zu bewirken – eine Art Mind Growth, wenn es um das Thema Bewegung geht. Egal ob mit Blogeinträgen, Tipps während der Stunden oder in unzähligen persönlichen Gesprächen mit unseren Mitgliedern, die wir hegen und pflegen, weil sie uns wichtig sind!

Dieser Artikel richtet sich speziell an alle, die es lieben zu trainieren. Die nach guten Trainingseinheiten, in denen sie zufrieden mit sich waren, beim Nachhause gehen Bäume ausreißen könnten (und es teilweise auch wirklich tun). Und denen nach schlechten Einheiten, besser niemand über dem Weg läuft. Noch spezieller gesagt, an die Personen die sich ein Bein ausreißen würden, bevor sie eines zugeben: Die Zeit steht ihnen im Weg! Es geht einfach nicht mehr so viel – Beruf, Kinder, Beziehung und andere, dem Sport übergeordnete Faktoren, stellen sich unserer Regeneration und Leistungsfähigkeit auf einmal unaufhaltsam in den Weg. Das erste Mal in deinem Leben ist Sport so richtig hart!

Szenario Nummer 1 – ein stressiger Tag, und ein schlechtes Workout

Es hat schon in der Früh begonnen, gleich nach dem Aufstehen. Es war etwas Unvorhergesehenes, eine Sache mit der du eigentlich nicht mehr gerechnet hast. Gelinde gesagt: Nervig! Der weitere Tag ist dann ähnlich verlaufen. Du hattest an diesem Tag mehr zwischenmenschliche Kollisionen als bei einer Autodrom–Fahrt. Trotzdem hast du es geschafft, dich zu einem Workout ins Gym zu schleppen. Du kannst dir jetzt einiges an weiteren Nerven ersparen, wenn du nicht auf eine neue Bestleistung drängst. Das ist nicht der richtige Tag dafür! Geh es lieber gemütlich an, nach dem Motto: Kopf frei bekommen. Was passiert, passiert eben. Im Anschluß zählt nur eines, du warst nicht untätig und hast einiges an negativer Energie abladen können.

Szenario Nummer 2 – Seit Wochen trainierst du nach Plan

Du hast dir wieder mal einen Trainingsplan erstellt oder erstellen lassen. Seit Wochen ordnest du alles andere unter. Du bist am Limit! Auf einmal überschlagen sich die Ereignisse. Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und dein Chef verhängt Überstunden. Es muss noch viel passieren, bevor sich das Jahr dem Ende neigt. Doch du bleibst mental stark und trainierst weiter nach Plan. Zwei Wochen später, dein Ziel ist es deinen PR beim Back Squat zu in Asche zu stampfen. Du scheiterst kläglich und schaffst es gerade mal deine alte Bestleitung zu egalisieren. Was ist passiert? Du warst doch so fleißig! Ein Trainingsplan bedeutet nicht, dass du alles was drinnen steht zu 100% machen musst. Das passiert ausschließlich im Best Case, wenn alles rundherum entspannt und gut abläuft. Im Nachhinein hättest du sicher bessere Chancen gehabt dein altes 1RM zu brechen, wenn du einen Gang zurück geschalten hättest.

Szenario Nummer 3 – Viel Stress und ständig neue Wehwehchen

Training am Zenit. Persönlicher und beruflicher Stress. Viel zu wenig Schlaf. Und das über Monate hinweg. Eine sehr schlechte Rezeptur für unseren Körper und unseren Geist. Der Satz: „Wo ein Wille da ein Weg!“ stimmt grundsätzlich. Die Frage die man sich aber doch immer stellen sollte: „Zu welchem Preis?“

Zu oft sind es bei diesem Fallbeispiel Verletzungen, mit denen man bezahlt. Warum passiert das? Sport ist ebenfalls eine Art Stress für den Körper, meistens positiver Natur. Wenn die notwendige Zeit für die Regeneration allerdings nicht mehr gegeben ist und Stress auf Stress prallt, passiert folgendes: Unser Körper wird müde. Seine Organe werden müde. Auch seine Gelenke, Sehnen, Bänder und Muskeln werden müde. Die logische Konsequenz sind Verletzungen. Jeder der einmal schwerer verletzt war weiß, was das heißt. Oftmalig Depressionen, ein langer, harter Weg zurück und die große Gefahr dass es nie wieder so wie früher wird.

Szenario 4 – Du bist vollkommen ausgeglichen und keines dieser Szenarien trifft bis jetzt auf dich zu?

Alles passt zusammen – Genieße es und lass es krachen! Sehr beneidenswert.

Fazit: Leistungsorientiertes Training und der normale Wahnsinn im Alltag sind nicht immer kompatibel. Es geht allerdings um weit mehr, als um das. Es geht um positive Effekte, wie allgemeines Wohlbefinden, gesund alt werden und vieles mehr. Grundsätzlich geht es hier um einen Denkanstoß für alle, die sich manchmal schwer damit tun, wenn es im Training einmal nicht so läuft. Take it easy! Wenn die Zeiten vorbei sind, in denen man zur Schule gegangen ist und sich nach dem letzten Schulglockenläuten alles nur noch um eines gedreht hat, dann muss man damit auch klar kommen. Das soll allerdings nicht heißen, dass man seinen Ehrgeiz zäumen soll, man sollte ihn nur besser konsumieren und zur rechten Zeit in die richtigen Kanäle leiten. Und sind wir uns doch mal ehrlich: Ist es auch nicht irgendwo nett, dass man sich nicht immer ständig & bis ins kleinste Detail um seine Regeneration bemühen muss? Natürlich ist es das! Leistungssport ist auch ein Job, ein extrem harter sogar! Da kann man es sich als ambitionierter Breitensportler, schon mal den einen oder anderen Ausrutscher in Sachen Ernähurng und dergleichen leisten. Man trainert ja schliesslich auch hart & darf deswegen das Leben auch mal so richtig genießen.

 

CrossZone Facts:

1. Im Training ist oft weniger mehr.

2. Halte durch, die nächste Steigerung kommt bestimmt.

3. Miss dich nicht immer an anderen, sondern öfter an dir selber.

4. Sport sollte dir (meistens) Spaß machen.