Von Vorurteilen zu Vorteilen – Teil 1: Verletzungen & Kraftsport

In dieser neuen Rubrik wollen wir euch die Vorteile von Kraftsportarten aufzeigen und alte (hoffentlich bereits) verstaubte Vorurteile bekehren. Diese Woche wollen wir uns mit dem Thema Verletzungen beschäftigen.

Krafttraining – Von Vorurteilen zu Vorteilen, Teil 1: Verletzungen & Kraftsport

In dieser neuen Rubrik wollen wir euch die Vorteile von Kraftsportarten (zu denen CrossFit definitiv zählt) aufzeigen und alte (hoffentlich bereits) verstaubte Vorurteile bekehren. Diese Woche wollen wir uns mit dem Thema Verletzungen beschäftigen.

Sport ist allgemein als eine Beschäftigung bekannt, welche viele positive Effekte nach sich zieht. Auffällig ist, dass Kraftsport unter seinen Kollegen immer einen eher schweren Stand gehabt hat. Oft wurde ihm folgendes nachgesagt: Hohes Verletzungsrisiko, Abnutzung der Gelenke, langweiliges Training. Jedes dieser Vorurteile stimmt. Beim Krafttraining kann man sich verletzen, sich die Gelenke kaputt machen und es möglichst langweilig gestalten. Genauso wie beim laufen, Fußball spielen, Ski fahren, langlaufen, … Jeder Sport setzt ein gewisses Know-How voraus, um ihn sicher und sinnvoll zu betreiben. Wenn ich mit Zusatzlasten arbeite, sind höhere mechanische Belastungen zu erwarten, als bei Training und Übungen mit eigenem Körpergewicht oder niedriger Intensität. „Wo Schatten ist, ist auch Licht!“ Wenn der menschliche Körper eine hohe Belastung erfährt, wird er auch gezwungen ihr schnell etwas entgegen zu setzen. Auf einen adäquaten Reiz folgt letzten Endes eine Anpassung.

Im Jahr 2013 belegte Hak PT im „Journal of Strength“, dass CrossFit eine eher geringere Verletzungsgefahr im Gegensatz zu Spielsportarten birgt. Die Studie wurde in diversen CrossFit Foren durchgeführt.  Die Befragung ergab eine Verletzungsrate von 3.1 pro 1000 Stunden Training. Wie bereits erwähnt, ist diese Rate, im Gegensatz zu Volkssportarten wie Fußball spielen oder Ski fahren, gering.

 

Sehnen, Bänder & Knochen

Unser Körper wurde darauf konzipiert, dass er im Stande ist einiges aus zu halten, im Notfall sogar gigantisches. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass wir uns auch ständig durch Bewegung und sportliches Training in Form halten. Wenn der Organismus absolut keine Notwendigkeit erkennt sich selber zu „beschützen“, macht er das auch nicht. Wer also in der Früh aufsteht, mit dem Auto ins Büro fährt, am Abend wieder damit nach hause, und danach vor dem Fernseher versumpft hat schlechtere Karten, belastungsfähig und gesund zu bleiben, als jemand der sich möglichst viel bewegt.

Es wurde bereits öfters belegt: Sportarten bei denen höhere Wiederstände überwunden werden, führen unter anderem zu einer höheren Knochendichte. Das hat große Vorteile, angesichts der Gefahr von Brüchen und anderen Verletzungen, die bei bei ungünstigen Gewalteinwirkungen, wie zum Beispiel Stürzen, auf den Bewegungsapparat entstehen können. Eine Studie aus dem Jahr 2004 von Ryan AS im Auftrag der „University of Maryland“ belegt, dass sowohl junge als auch ältere Menschen gleichermaßen von einem regelmäßigem Krafttraining im Sinne einer Verbesserung der Knochendichte profitieren. Getestet wurden sowohl weibliche, als auch männliche Probanden im Alter von 20-29 Jahren für die Versuchsgruppe der Jungen, und ältere Personen zwischen 65-74 Jahren.  Abgesehen von vielen anderen positiven Effekten, wie Kraft- und Muskelaufbau, ist dieser Aspekt natürlich gerade für ältere Menschen interessant.

Gerade beim weiblichen Geschlecht stellt Krafttraining eine ausgezeichnete Maßnahme dar, um Osteoporose (=Knochenschwund; ein häufiges Krankheitsbild bei Frauen) vorzubeugen. Der menschliche Knochen ist teilweise wie ein Schwamm aufgebaut (Spongiosa). Durch mineralstoffhaltige Einlagerungen, die aufgrund von regelmäßigem Wiederstandstraining im Knochen passieren wird auch dieser schwammhaltige Bereich besser ausgebildet. Logische Konsequenz ist auch hier eine höhere Widerstandsfähigkeit. Erkrankungen wie Osteoporose sind eine Erscheinung des 20. Jahrhunderts.. Hauptgrund dafür ist sicher, dass die Menschen sich damals einfach mehr bewegen mussten.

Aber nicht nur die Knochen passen sich bei kontinuierlichen mechanischen Reizen den Umständen an, sondern auch Sehnen und Bänder wachsen an ihren Aufgaben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Egal ob in den unteren oder oberen Extremitäten, wenn Sehnen erhöhter Zugbelastung ausgesetzt werden, werden sie fester und dicker und damit belastbarer. Wichtig: Gut Ding braucht Weile. Sehnen und Bänder sind viel weniger durchblutet, als unsere Muskulatur. Deswegen muss man ihnen Zeit geben. In der Regel spricht man davon, dass die Anpassung 4mal so lange braucht wie bei der Muskulatur. Wer also planweise 2-3 mal die Woche zum Trainieren beginnt, kann nach 6 Monaten mit einer Verbesserung der passiven Strukturen rechnen. Wer sich eine schwere Verletzung am Knie oder im Schulterbereich zuzieht, bei der ein operativer Eingriff als notwendig erachtet wird, kann durchschnittlich ein Jahr lang keinen bzw. nur eingeschränkt Sport treiben. Abgesehen von den posttraumatischen Erscheinungen, die von heftigen Schmerzen bis zu starker Einschränkung des Bewegungsapparates reichen, ist alleine die Dauer einer vollständigen Heilung ein schlagkräftiges Argument für Sport.

CrossZone Facts:

  1. Sport kann Verletzungen zwar nicht verhindern, ihnen aber vorbeugen
  2. Ein sportlicher Organismus tut sich leichter wieder fit zu werden
  3. Widerstandstraining kann Krankheitsbildern wie z.B. Osteoporose vorbeugen
  4. Wer einen Sport neu beginnen möchte sollte den Rat/die Betreuung von Fachmännern und -frauen einholen