Heraufbringen des Wachhundes der Unterwelt, Zerberus, an die Oberwelt – „Die finale Aufgabe“

Herkules‘ letzte Aufgabe. Es wird Zeit ein Resümee über die vergangenen Wochen zu ziehen. „Keep it as simple as possible! Es geht um die Freude am trainieren. Auch wenn wir keine Aufgaben wie Herkules zu lösen haben, ist es dennoch beruhigend zu wissen, dass wir zumindest theoretisch gegen Hydren, Riesen und dreiköpfige Hunde eine Chance hätten.“ – Maximilan Walter, Maximilian Urak

Aufgabe 12:

12. Heraufbringen des Wachhundes der Unterwelt, Zerberus, an die Oberwelt
      12. „Die finale Aufgabe“

Auch den Kerberos sah ich, mit bissigen Zähnen bewaffnet.
Böse rollt er die Augen, den Schlund des Hades bewachend.
Wagt es einer der Toten an ihm vorbei sich zu schleichen,
So schlägt er die Zähne tief und schmerzhaft ins Fleisch der Entfliehenden
Und schleppt sie zurück unter Qualen.
Der böse, der bissige Wächter.

Herkules begegnete seiner finalen und schwersten Aufgabe – Das Heraufbringen des Wachhundes Zerberus an die Oberwelt. Der Höllenhund, dessen drei Köpfe nicht weniger tödlich waren, als sein Drachenschwanz, war der Hüter des Tores zu Unterwelt. Um überhaupt in die Nähe des Zerberus zu gelangen, benötigte er die Freigabe von Hades, dem Gott der Unterwelt. Der Weg des mächtigen Helden war nicht einfach. Nur mit der Hilfe von Athene, Hermes und Charon gelang es Herkules, Hades in der Unterwelt zu erreichen. Als Herkules den Zerberus verlangte, versprach Hades ihm das Untier zu geben, wenn der Held es schaffe das Tier, ohne Gebrauch seiner Waffen, zu bezwingen.

Wir haben in den letzten Wochen die Herkunft der Kraft des Herkules analysiert. Nun wird es Zeit, die gesammelten Ergebnisse revue passieren zu lassen. Ein Großteil der Fähigkeiten des Helden basieren auf seiner unglaublichen Maximalkraft. Maximalkraft ist grundsätzlich abhängig von der Fähigkeit die vorhandenen Muskelfasern zu aktivieren. Im Groben wird zwischen schnellen und langsamen Muskelfasern unterschieden. Die, für das Krafttraining und für die Schnelligkeit der Muskulatur ausschlaggebenden Fasern, sind die schnellen, oder Typ 2- Fasern. Ein ganz wichtiger und ausschlaggebender Part ist es, dem Gehirn die Information zu vermitteln, wann, wie viele und wie schnell die richtigen Muskelfasern aktiviert werden müssen – Intramuskuläre Koordination. Wenn Herkules also Stiere, Löwen und Eber bezwingt, muss sein Körper im richtigen Moment die richtigen Aktionen setzten, um die Muskulatur erfolgreich einzusetzen. Die Kraftsteigerung generell erfolgt durch Anpassungen des Nervensystems, des Stoffwechsels und der Muskulatur nach einer Trainingsintervention. Neben diesen Anpassungen, hat Krafttraining auch noch sehr viele andere positive Effekte auf den gesamten Organismus.

Um all das zu lernen, erfordert es ein hohes Maß an gezieltem Training. Nur durch Training ist es uns möglich, den Großteil unseres Kraftpotentials willentlich zu aktivieren. Unser Training sollte nach bestimmten Prinzipien strukturiert sein. Wichtig dabei ist, dass wir in jeder Trainingseinheit eine bestimmte Reizschwelle überschreiten, um überhaupt unseren Muskeln die Information zu geben, dass sich etwas verändern soll – was sich verändern soll, bestimmt unsere Art zu trainieren. Ein weiterer absolut ausschlaggebender Punkt ist, dass wir unsere Regenerationszeiten berücksichtigen. Jedes Individuum hat auf einen bestimmten Trainingsreiz eine bestimmte Anpassungszeit. Diese ist nicht immer gleich. Gerade im Crossfit wird dem Punkt der Regeneration oft zu wenig Beachtung geschenkt. Doch gerade das, kann den großen Unterschied ausmachen – Wenn wir es schaffen, durch Grundlagenausdauer unsere Regenerationszeiten zu verkürzen, dann ziehen wir den größten Benefit von dem Trainingssystem Crossfit.

Apropos Crossfit:

  1.  Je stärker du bist, umso schneller und stärker wirst du auch beim Training mit geringeren Intensitäten.
  2. Stark sein und ein ausgeglichenes Kraftpotential auf den gesamten Körper verteilt, verringert  die Verletzungsgefahr um ein vielfaches.
  3. Bessere muskuläre Kraft heißt, du kannst einen größeren Trainingsreiz setzten. Dies führt zu einer größeren Anpassung.
  4. Als Crossfitter/in kannst du höhere Wiederholungszahlen und höheres Gewicht mit geringerem Energieverbrauch bewegen.
  5. Das Kraftniveau hängt direkt mit einer erhöhten Hormonausschüttung zusammen, was hochgradig positiv für die sportliche Leistungsfähigkeit ist.

Natürlich gibt es auch im jungen Sport Crossfit einige Punkte, auf die es zu achten gilt. Dazu zählt die körperliche Grundvoraussetzung, die richtige Technik, die Auswahl des richtigen Studios und die Anatomie und Physiologie deines Körpers. Im Crossfit ist es das Ziel eine allumfassende Fitness zu erreichen. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Ausdauer. Obwohl man häufig davon spricht im Muskelaufbau kein Ausdauertraining durchzuführen, wäre das im Crossfit ein großer Fehler. Nicht nur die Regenerationsfähigkeit leidet darunter, sondern auch die Fähigkeit, bei sehr intensiven Einheiten, unser Herzkreislaufsystem zu aktivieren. Und sind wir uns ehrlich: Muskelberge – wie bei Bodybuildern – haben im Crossfit nicht viel Sinn!

Die wichtigsten Übungen für uns, als intelligente Sportler, um unsere Muskulatur hinsichtlich Funktionalität und Kraft zu trainieren sind: der Deadlift, der Squat, die Strict Press, und der Pull up.
Für deinen eigenen Trainingsvollzug gibt es einige Gebote zu beachten, die ein erfolgreiches Trainingsergebnis garantieren: Kürze dein Training auf 60 Minuten und nimm keine Tipps von Leuten an die nie selber trainiert haben. Lege den Fokus auf die „Basic Lifts“ und gehe davon aus, dass alles, was du bisher über Training weist, falsch ist. Nahrungsergänzungen gehören in den Spitzensport und wähle in deinem Training einen Schwerpunkt, auf den du hintrainierst. Eines der wichtigsten Gebote ist jedoch: „Sei geduldig!“.

Und trotzdem gilt immer wieder: „Keep it as simple as possible!“. Es geht immer noch um die Freude am trainieren. Auch wenn wir keine Aufgaben wie Herkules zu lösen haben, ist es dennoch beruhigend zu wissen, dass wir zumindest theoretisch gegen Hydren, Riesen und dreiköpfige Hunde eine Chance hätten.

Wie geht die Geschichte des Herkules zu Ende? Natürlich gelingt es dem Halbgott den Höllenhund zu bezwingen und ihn Eurystheus zu bringen. Somit waren seine Greueltaten gegenüber seiner Frau und seinen Kindern gesühnt. Dem König war natürlich nicht recht, dass Herkules alle seine Aufgaben erledigt hatte, weshalb er ihm zur Belohnung nur einen Sklavensold bezahlte. Herkules ärgerte sich darüber und tötete die drei Söhne des Eurystheus.