Herbeischaffung des Wehrgehänges der Amazonenkönigin Hippolyte – „Pros & Cons“

Diese Woche analysieren wir, aufgrund wissenschaftlicher Ergebnisse, die positiven und negativen Effekte von Crossfit. Welche Auswirkungen hat das hochintensive auf den Organismus, auf die Psyche und auf die Körperzusammensetzung? Was gibt es an dem System zu kritisieren?

Aufgabe 9:

9. Herbeischaffung des Wehrgehänges der Amazonenkönigin Hippolyte
   9. Pros und Cons von Crossfit 

Die neunte Aufgabe des Herkules war der Raub des Zaubergürtels der Amazonenkönigin Hippolyte. Der Gürtel war ein Geschenk des Kriegsgottes Ares. Herkules wurde von den Amazonen freundlich empfangen und Hippolyte wollte dem Helden den Gürtel bereitwillig überreichen. Jedoch erfuhr Hera, die Gattin und Schwester des Gottesvaters Zeus, davon und wollte die Übergabe verhindern.  Sie mischte sich, als Amazone verkleidet, unter das Volk und verbreitete die Nachricht, dass Herkules Hippolyte entführen will. Die Amazonen griffen daraufhin Herkules’ Schiff an, um die Königin zu retten. Nachdem Herkules viele der besten Kämpferinnen, darunter auch die Schwester der Hippolyte, getötet hatte, übergibt schließlich die Königin dem Helden den Gürtel um das Abschlachten zu beenden. Crossfitterinnen werden oft aufgrund ihrer Kraft und ihres Aussehens als Amazonen bezeichnet. Von den Leistungen der Damen in Wettkämpfen träumen viele der männlichen Eidgenossen. In wenigen anderen Sportarten ist der Vergleich, Männer und Frauen, imposanter als im Crossfit. Dies bietet uns die Gelegenheit zu analysieren, welche wissenschaftlich fundierten Effekte das Training im hochintensiven Bereich hat.

Crossfit ist charaktisiert durch hochintensive, kraftraubende und beinahe aggressive Trainingseinheiten, mit einer Vielzahl an technisch aufwendigen, oder kraftaufwendigen Übungen. Die meisten Einheiten beinhalten wenig Pausen und hohe Wiederholungszahlen. Diese metabole und physisch anspruchsvolle Trainingsform hat in unseren Breitengraden bereits Einzug gehalten. Auch die Wissenschaft hat diesen Trainingswandel verfolgt und versucht sich laufend an neuen Studien zu der Thematik.

Ist das Trainingssystem von Crossfit problematisch? Sind die Gefahren von Verletzungen höher? Welche Auswirkungen hat das Trainingssystem auf die Muskulatur und den Organismus?

Positive Auswirkungen:

Durch die hohen Komplexität der Sportart und der hohen Intensität des Trainings wird das cardiovaskuläre System und der energetische Metabolismus stark gefordert. Das heißt, dass das Herzkreislaufsystem und die Energiebereitstellung in den aktiven Muskelfasern optimiert und verbessert wird. In einer Studie aus 2013 von Smith et. al wurde der Benefit von hochintensivem Krafttraining auf die maximale Sauerstoffaufnahme gemessen. Diese erhöhte sich signifikant nach 7 Wochen Training. Die gleiche Studie zeigte auch eine deutliche Verbesserung der Körperzusammensetzung aller Probanden. Die Teilnehmer hatten nach der Trainingsintervention eine deutliche Zunahme der Muskelmasse und eine Reduktion des Körperfetts verzeichnet.

Des Weiteren fördert Crossfit die „funktionelle“ Muskulatur. Das heißt, dass die Muskulatur nicht nur isoliert gestärkt wird, wie bei Maschinentraining, sondern auch koordinativ beansprucht wird. Die Fähigkeit unter hohem Zeitdruck viele Wiederholungen und Gewichte zu absolvieren, wird als positiv dargestellt. Das Training hat auch eine deutliche Verbesserung der Rumpfkraft zur Folge.

Auf mentaler Ebene zeigt sich, dass durch die geforderte Geschwindigkeit die allgemeine Meisterung der schwierigen Übungen und das Potential seinen Körper auch optisch zu verbessern, einen großen Motivationsfaktor in sich birgt. Das Training ist aufregend, abwechslungsreich und fordert den Gemeinschaftssinn. Des Weiteren birgt das System eine Verbesserung des hormonellen Status. Dieser Effekt unterscheidet sich jedoch nicht signifikant von anderen Kraftsportarten.

 Negative Auswirkungen:

Jedoch gibt es in dem System auch dunkle Seiten, die selten ausgesprochen werden. Andauernde und häufig wiederholte, technisch schwierige Bewegungen zielen bewusst auf eine Überlastung des gesamten Systems ab. Das mag bei gut trainierten und gut vorbereiteten Athleten und Athletinnen zu einer deutlichen Verbesserung führen, kann bei untrainierten aber gefährlich sein. In den meisten Studien ist die Ausfallrate, aufgrund von Verletzungen, sehr hoch. Die wenigen Pausen, gepaart mit den schwierigen Übungen erhöhen die Verletzungsgefahr drastisch, wenn die optimalen Voraussetzungen nicht vorher geschaffen wurden. Der nächste Kritikpunkt ist, dass die Regenerationszeit zwischen zwei Einheiten oftmals zu gering ist. Zwar wird von Crossfit gefordert beinahe täglich zu trainieren, jedoch gibt man dabei dem Muskel und dem Organismus nicht die Zeit, die es braucht um alle Anpassungen abzuschließen – wiederum eine Überforderung und somit eine potentielle Gefährdung. Auch ist häufig die Grundlagenausdauer und somit die Regenerationsfähigkeit nicht gut genug ausgebildet. Darum ist es wichtig, einerseits eine Sicherheit bei den Übungen zu bekommen und technisch „sauber“ zu arbeiten und andererseits auch einmal auf seinen eigenen Körper zu hören – weniger ist oft mehr. Ein weiteren Punkt, der zwar nicht wissenschaftlich determiniert ist, jedoch zu bedenken ist, ist dass es ausreicht eine 2-tägige Ausbildung zu absolvieren um eine Box zu eröffnen…..

Was bislang noch nicht untersucht wurde ist, welche Auswirkungen Crossfit auf die Muskulatur hat und wie weit sich die Leistung der Muskulatur verändert.

 CrossZone Facts:

 Crossfit verbessert

  • …die Körperzusammensetzung,
  • …die körperliche Leistung,
  • …die Koordination
  • …den Hormonstatus,
  • …uvm.

Achte auf

  • …die Regenerationszeit
  • …die richtige Ausführung
  • …die körperlichen Voraussetzungen
  • …die Auswahl des Studios
  • …deinen Körper